Tausendjahre - Alpenwetterkalender
Typ:
spielerisch
Wenn im Jänner mal die Sonne scheint,
manch‘ Mensch vor Freude weint.
Und bläst der kalte Sturm den Schnee,
dagegen hilft nur heißer Rum mit etwas Tee.
Sind die Tage meistens kalt und dunkel,
doch sind’s gewiss erträglicher als ein Furunkel.
Schnee am Berg gibt’s im Februar genug,
das ganze Land trägt Zuckerhut.
Aus den Kaminen steigt der weiße Rauch,
aber nur weil’s wärmt und net weil’s Brauch.
Rauf in die Berg‘! Die Schiegäst strömen jetzt in Scharen,
fein lässt sich’s mit der Seilbahn fahren.
Macht der März sich stark und breit,
zieht sich zurück, die kalte Zeit.
Die Sonne scheint schon sehr viel länger,
für den Schnee wird’s eng und enger,
die Blumen kommen raus und sprießen,
diese Pracht fürwahr, sollten alle jetzt genießen.
Ja, der April, der macht den Winter arm und ärmer,
denn draußen wird’s jetzt warm und wärmer.
Die Winterreifen kommen runter,
die Winterschläfer werden munter.
Nur der Schneemann freut sich nicht,
weil nur seine Kohlennase bleibt – mehr nicht.
Fällt im Mai noch Schnee,
ist das gar net schee.
Fällt an jedem Maitag auch noch Regen,
is des a net z’megn.
Doch küsst mich zart die Maiensonne
ist mein Herz gefüllt mit Wonne.
Geht’s im Juni schon zum Baden,
so hat das Freibad keinen Schaden.
Die Sonne scheint noch fast bei Nacht,
des hätt‘ ma uns im Winter nie gedacht.
Jetzt bräucht‘ das Vieh ja auch kein Fell,
könnt locker ohne saufen, dort am Quell.
Der Juli zeigt, dass Bierbauch und Orangenhaut,
bei manchen die Figur versaut.
Drum gibt es Regeln beim Benimm,
wie: verhüllter Anblick ist nicht ganz so schlimm.
Auch darf jeder sich an See und Berg ergötzen,
um sich beim Schau’n nicht zu entsetzen.
Der August lässt keinen mehr vor Kälte wimmern,
sogar die Doris geht jetzt schwimmen.
Doch die Tage werden wieder kürzer – ei der daus -,
und die Nächte dehnen sich wie Wärme aus.
In dieser Zeit scheint manch laue Sommernacht,
wie zu einem hüllenlosen Bad im See gemacht.
Im September ist’s oft noch warm,
der späte Sommer, der sprüht nur so vor Charme.
Das Grün der Wälder geht jetzt unter,
der Blätter Farben treiben’s kunt und bunter.
Zuhause wandern in des Monats schönsten Seiten,
da fällt er flach, der Urlaub, in den fernen Weiten.
Im Oktober weiß kaum wer weiter,
mal kalt, mal warm, mal nass, mal heiter.
Auch Schnee ward schon gesehen,
wenn‘s ihm auch noch bestimmt war, zu vergehen.
Die Winterreifen kommen wieder drauf,
und der Schneemann – da setzen wir was Neues auf.
Bleibt der November kalt und nass,
zeigt sich die Gesundheit auch sehr blass.
Mischen sich auch noch Schnee und Regen,
nimmt fast jeder was dagegen.
Zeigt sich die Sonne auch nur ansatzweise,
dann sagt niemand – „Das ist Scheiße“.
Liegt zur Weihnachtszeit noch kein Schnee,
geht der Tourismus sicher zäh.
Fällt zur Weihnacht auch noch Regen,
gab’s von oben keinen Segen.
Doch kommt der Schnee zur rechten Zeit,
wer davon lebt, den’s richtig g’freit.
